Aufgrund eines starken Vertrauensverlusts gegenüber dem gesamten Finanzmarkt, der sich wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise eingestellt hat, entschließen sich Frauen in jüngster Zeit seltener dazu, Geld anzulegen oder fürs Alter vorzusorgen. Generell herrscht bei ihnen nun die Überzeugung vor, dass der Verlust durch verstärktes Prüfen und Analysieren ausgeglichen werden muss. Sie ziehen es vor, erst dann zu handeln, wenn wirklich alle Details verstanden worden sind. Dies führt jedoch wegen Zeitmangel in der Regel dazu, dass gar nichts unternommen wird.
Dies können sich Frauen aber noch weniger gestatten als Männer. Obwohl es erst einmal grundsätzlich für beide Geschlechter darum geht, dasselbe Ziel zu erreichen, nämlich durch einen optimalen Kapitaleinsatz während des Arbeitslebens für eine ausreichende Altersrente zu sorgen, stehen Frauen dabei vor weitaus größeren Herausforderungen als Männer. Das hat drei Hauptgründe. Zum einen erhalten Frauen im Schnitt rund 30 Prozent weniger Lohn als Männer. Außerdem müssen Frauen erhebliche Einbußen bei Sonderzahlungen und Gewinnbeteiligungen von bis zu neun Prozent hinnehmen.
Dies liegt vor allem an den folgenden Tatsachen:
- eine Vielzahl der Frauen arbeitet in Niedriglohnberufen
- es gibt unverhältnismäßig wenig Frauen in Leitungs- und Führungspositionen
- Frauen müssen den Beruf oft familienbedingt unterbrechen oder arbeiten in schlecht bezahlter Teilzeit
- durch beispielsweise geschlechtsneutrale Tarifverträge oder falsche betriebliche Eingrupperungen werden Frauen häufig mittelbar diskriminiert
So erschreckend das in der heutigen Zeit auch klingen mag: Frauen werden oft einfach deswegen schlechter entlohnt, weil sie Frauen sind.
Des Weiteren wirkt sich die längere Lebenserwartung negativ auf die Altersvorsorge aus. Obwohl es grundsätzlich natürlich erst einmal erfreulich scheint, dass Frauen bis zu fünf Jahre länger leben als Männer, so bedeutet dies doch im Umkehrschluss, dass sie zum Ruhestand auch ein vergleichsweise höheres Rentenkapital benötigen um für die zusätzlichen Jahre abgesichert zu sein. In den meisten Fällen reicht die gesetzliche Rentenversicherung dafür nicht aus, auch wenn die meisten Frauen das glauben.
Vorsorgeplanung
Deswegen raten Experten die klassische Rentenpolice als tragende Säule einer Altersvorsorgestrategie an. Im Bereich Aktien, Investment und Fondsanlagen werden eher defensive Strategien empfohlen. So weit es geht werden auch staatliche Förderungen einbezogen. Allerdings ist nicht mehr vorherzusagen, ob langfristig mit Aktieninvestments eine höhere Verzinsung zu erzielen ist. Auch könne man derzeit schlecht sagen, ob durch Fondspolicen langfristig höhere Erträge erzielt werden als mit klassischen Rentenversicherungen.
Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Beratung von Männern und Frauen nicht wesentlich von einander. Wegen der zumeist häufig auftretenden Unterbrechungen im Erwerbsleben der Frauen ist hier eine möglichst hohe Flexibilität vonnöten. In diesem Bereich hat sich aber bereits Vieles im Zuge von gesetzlichen Änderungen zum Positiven verändert.
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